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Ich bin auf die Idee gekommen als ich einmal vor Jahren
meinen ersten MULTIPLEX TwinStar fliegen wollte. Alleine am Platz - Schraubendreher
vergessen - wieder nach hause - falschen Schraubendreher (Schlitz) eingesteckt
- am Platz den Fehler gemerkt - wieder nach hause - Kreuzschrauber eingesteckt
- schließlich den Flieger "zusammengeschraubt" - dann war es Abend
und zu dunkel zum... zum...
An diesem Abend
bin ich in meinen Keller gegangen und habe mir 2 Schrauben mit langen Dreh-Köpfen
aus Alu gedreht. Damals hatte ich noch kein Delrin. Die Alu-Schrauben haben
ihren Dienst verrichtet - bis, ja bis eines Tages mein TS eine harte
Kopflandung hinlegte und dabei alles kaputt war - bis auf die Alu-Schrauben.
Das hat mich gelehrt, ein "sollbrechbares" Material zu nehmen. Also
musste so etwas wie die Nylon-Schrauben her die man in jedem Hobbyladen kaufen
kann aber mit "Drehknopf". Gibt es nicht!
Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe mir Delrinstangen besorgt. Das Material kannte ich noch von meiner alten Firma her, wo es manchmal in der Versuchswerkstatt eingesetzt wurde um nicht(Strom)leitende Bauteile hoher Festigkeit herzustellen.
Also - ab an die Drehbank (eine kleine aus Chinaland) und die ersten Schrauben meiner Vorstellung gemacht. Seit diesem Tag habe ich manchen Kameraden aus dem Verein damit versorgt. Alle waren damit zufrieden - auch - weil sie brachen, wenn sie brechen sollten.
Heute lebe ich in Kanada und habe nur wenige Mitstreiter um mich herum. Die sind alle nicht so blöd wie ich - weil die immer ihre Schraubendreher dabeihaben.
Technisches:
Delrin ist ein hochfester Kunststoff. Nylon 6 (englische Bezeichnung) ist damit vergleichbar jedoch etwas elastischer. Beides lässt sich mit scharfen Meißeln sehr gut drehen. Auch lässt sich mit guten Gewindeschneidern problemlos jedes gewünschte Gewinde auf bringen. Bei Delrin mehr - bei Nylon6 weniger lang, sollte der Gewindebolzen sein. Je dünner die Schraube umso kürzer! Ein Verhältnis von 1:10 sollte nicht überschritten werden, da bei dünneren Schrauben (M4 bis M6) die Elastizität des Materials beim Abdrehen zum balligen (convex) Längsdurchmesser des Schraubenbolzens führt. Wer viel Geduld hat kann es aber trotzdem versuchen: Vorschub und - vor allem - Tiefe extrem gering halten und mit höchster Drehgeschwindigkeit arbeiten.
Damit der Schraubenkopf auch schoen griffig wird (wir wollen ja mit den Fingern Zange und Schraubendreher ersetzen) bringt man vor dem Abstechen eine grobe Kreuz- oder Zahnrändelung an. Wer eine Drehmaschine hat, weiß was damit gemeint ist und weiß welches Werkzeug dafür gebraucht wird.

Würde mich freuen, gelegentlich mal etwas von Euch Bastlern (soll es ja noch geben) zu hören. Wünsche viel Freude beim Delrinschrauben drehen.
Letztes Update : 25-10-2011 19:13
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