Meine "kleine" Gee Bee Senior Sportster wurde mir dann doch irgendwann zu klein und der Wunsch nach einem Modell mit einer Spannweite von ca. 1500mm wurde immer größer. Das Transportmaß um mal schnell unter der Woche rauszufahren ist noch in Ordnung und die Flugeigenschaften ändern sich deutlich mit dieser Größe. Außerdem muss der Rasen nicht immer Golfplatz-Qualität besitzen um vernünftig Starten und Landen zu können.
Also begab ich mich auf die Suche und meine Ausdauer wurde belohnt. In "Good USA" fand ich einen Händler der ein Modell meiner Begierde mit einer Flügelspannweite von 63 Zoll anbietet. Man verspricht "Perfect size - great flight manners". Das Fahrwerk ist leider nicht gefedert aber das Modell hat die Wunschmaße. Es wurde also nicht lang überlegt und in Übersee bestellt. Nach ca. einer Woche konnte ich den ARF-Bausatz beim Zoll abholen. Was da zum Vorschein kam lässt sich wirklich sehen!
Technische Daten:
Spannweite: 1600 mm
Fluggewicht: ca. 3000g (Herstellerangabe)
Motor: E-Brushless, Lipo-Akku, oder Verbrenner
RC-Funktionen: Seiten-, Höhen-, Querruder u. Motor
Zubehör:
3 Stück: Servo Hitec HS-325 HB (Quer- und Höhenruder)
1 Stück: Servo Hitec HS-475 HB (Seitenruder)
1 Stück: Brushless-Motor AXI Gold 2826/12 + Radial Mount Set
1 Stück: Regler Kontronik Jazz 55-6-18 BEC
1 Stück: Lipo Kokam 4S1P 4500mAh
1 Stück: APC-Prop 12x8
Zurück vom Zoll...
wurde der Baukasten gleich noch mal geöffnet und das Modell provisorisch aufgebaut - beim Zollamt durfte ich vorher schon reinschauen und entscheiden, ob ich die Lieferung annehme... feine Sache.
Die Motorhaube ist wirklich vom Allerfeinsten, das Zubehör komplett und durchweg brauchbar...
Die Konstruktion und Bauweise ist solide, man erkennt hier den Anspruch der Verbrenner und Elektro-Fraktion gerecht zu werden.
Der Zugang zum Batteriefach ist vorne auf der Rumpfoberseite. 4 starke Magnete halten den Deckel an Ort und Stelle.
Zusammenbau der Tragfläche
Die Servos für die Querruder werden stehend in die Flächen eingebaut, die Servoschächte sind dafür gut vorbereitet. Die Servos werden dafür provisorisch eingesetzt und die Bohrlöcher angezeichnet. Mit dem Dremel wird nun vorgebohrt und danach die Schrauben eingedreht - mit dieser Vorgehensweise verhindert man das Splittern vom Holz. Nachdem alles passt und die Schrauben gut Futter haben tränke ich die Bohrlöcher bzw. das Aufnahmeholz mit dünnflüssigem Sekundenkleber. Dieser muss nun gut ablüften bzw. antrocknen.
Die Servokabel werden verlängert und gesichert.
Die Querruder werden mit Vliessscharnieren und Sekundenkleber befestigt.
Nachdem die linke und rechte Tragfläche fertig montiert ist werden diese
miteinander verklebt. Ein massiver Tragflächenverbinder aus Holz wird
mit UHU Endfest 300 beidseitig verklebt. Die Tragfläche ist also für den
späteren Transport einteilig. Über Nacht entsteht somit eine bombige
Verbindung.
Das Fahrwerk
Der Fahrwerksdraht ist weich aber gut verlötet... mal schaun wie sich die Sache in der Praxis bewährt.
Die Radverkleidung wird mit 3 Schrauben befestigt. Ich unterlege die Schrauben immer mit Kunststoffscheiben um das GFK zu schützen.
Leitwerk
Nachdem die Tragfläche fertiggestellt ist wird diese an den Rumpf geschraubt und das Leitwerk daran ausgerichtet und verklebt. Das Seitenruder wird am nächsten Tag mit Sekundenkleber befestigt.
Der Pilot
In den Wartezeiten wird der Pilot präpariert... Dieser kommt aus meinem Fundus!
Motorspant und Antrieb
Der Motorspant liegt dem ARF-Bausatz bei und passt zu dem empfohlenen AXI Brushless-Motor. Sämtliche Schrauben werden mit Loctite gesichert.
Zur besseren Kühlung habe ich den Regler vor dem Erstflug doch lieber vorne eingebaut. Ausserdem brauchte ich zusätzlich Gewicht um das Modell gemäß den Herstellerangaben einzustellen.
Montage der Motorhaube
Die Motorhaube ist ein echtes Sahnestück. Wie man eine Motorhaube optimal ausrichten und montieren kann habe ich bereits in einem anderen Baubericht beschrieben. Wenn man sich daran hält, wird man mit einem tollen Ergebnis belohnt. Sturz und Zug sind vom Hersteller bereits vorgegeben.
TIPP: Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte die Haube erst nach dem Erstflug bzw. Einfliegen montieren! In meinem Fall hat alles gepasst... zum Glück.
Restarbeiten
Das Seitenruder wird über Seilzug angelenkt. Mittels Schubstange wird das Höhenruder betätigt. Die Tragflächenservos werden auf schnelle und einfache Art und Weise mit einem Multiplex-Stecker verbunden. Zur Zugentlastung und Schutz habe ich erstmalig Plasti Dip eingesetzt - ich bin echt begeistert von dem Zeug.
Erstflug
Nach getaner Arbeit war es soweit. Bevor es in die Luft ging gab es noch ein paar Beweisfotos - man weiß ja nie...
Erstflug
Der Aufbau ist schnell erledigt: Multiplexstecker verbinden, Fläche einsetzen und mit 2 Schrauben am Rumpf befestigen. Danach die 4 Stützstreben mit jeweils einer Schraube am Rumpf montieren.
Es kam der obligatorische Rudercheck und Reichweitentest. Alles bestens.
Auf dem Video ist zu sehen, dass die Gee Bee in einem flachen Winkel abhebt. Das Höhenruder wirkte noch etwas träge, was an der Kopflastigkeit lag. Insgesamt war die Steuerbarkeit aber sehr gut. Zudem könnte der Antrieb etwas mehr Reserve haben um auch in brenzligen Situationen noch reagieren zu können. Aber Scale fliegen macht auch Spaß und so drehte ich einige Runden mit viel Spaß und erfreute mich bei jedem Überflug an der schönen Optik... eben nicht alltäglich!
Und nun das Video vom Erstflug...
Letztes Update : 28-09-2010 21:02
Editorkommentar
Was fürs Auge...
ist dieses nicht alltägliche Modell. Aufgrund der robusten Bauweise und dem schnellen Aufbau vor Ort auch für unter der Woche geeignet.
Der Antrieb ist vom Hersteller an der unteren Leistungsgrenze gewählt. Ich würde das Modell heute mit 5S fliegen. Ein wenig mehr Dampf würde der "Kleinen" ganz gut stehen.
Der Fahrwerksdraht könnte etwas fester sein. Das ein oder andere Mal bei Seitenwind wurden die Radschuhe berührt bzw. beschädigt.