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In der heutigen ARF-Zeit liegen den Bausätzen gerne mal Vliesscharniere bei. Anfangs skeptisch setze ich diese Art der Befestigung nun regelmäßig ein - ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Empfohlener Klebstoff ist in der Regel Sekundenkleber (Cyanacrylat). Man liest aber auch oft von Holzleim oder anderen Empfehlungen. Ich selbst kann derzeit nur für die Methode mit dem Sekundenkleber sprechen und möchte die Vorgehensweise kurz beschreiben. Oft werden hier gravierende Fehler gemacht und man wundert sich über unzureichend befestigte Ruder - selbige Erfahrung machte ich bei meiner ersten Anwendung jener Scharniere. Es muss aber nicht jeder Lehrgeld zahlen und ich hoffe mein kurzer Beitrag trägt dazu bei...
Sekundenkleber (Cyanacrylat)
Fangen wir mal mit dem wichtigsten Teil an - dem Klebstoff. Dieser muss "Dünnflüssig" sein. Nur mit einem dünnflüssigen Sekundenkleber kann die Kapillarwirkung in Verbindung mit dem Vliesscharnier einsetzen.
Ich verwende Aero-Bond "Dünnflüssig" und eine dünne Injektionskanüle aus der Apotheke. Mit Hilfe dieser Kanüle kann man zielorientiert kleben und verschmiert nicht die Folie der Ruder. Der Klebstoff kommt dort an, wo er auch hin soll!


Das Vliesscharnier...
biege ich vor dem Verkleben mehrfach in beide Richtungen um die maximale Beweglichkeit herzustellen. Nach dem Verkleben ist es dafür zu spät - also vorher dran denken.

Justieren und kleben
Mit Hilfe von Nadeln fixiere ich die Mitte des Scharniers und schiebe diese bis zum Anschlag in den Aufnahmeschlitz. Damit ist sichergestellt, dass das Scharnier nicht verrutscht.

FALSCH:
Jetzt kommt der Fehler der oft gemacht wird: Das Scharnier wird mit Sekundenkleber getränkt, damit das Scharnier mit der Fläche verklebt ist. Danach wird das Ruder aufgesteckt und man versucht erneut das Vlies zu tränken. Das Vlies ist nun aber "Satt" und hat die Kapillarwirkung verloren. Das Vlies reicht den Sekundenkleber nicht weiter in das Ruder, oder nur unzureichend!
RICHTIG:
So wird es richtig gemacht: Nun das Ruder aufstecken. Bis jetzt ist noch kein Kleber geflossen!

In diesem Fall habe ich 4 Vliesscharniere pro Ruder einzukleben. Von den innenliegenden Scharnieren (2) entferne ich die Nadeln und gebe noch ein klein wenig Druck auf das Ruder - aber nicht zu viel. Dabei prüfe ich noch mal die Abstände auf der linken und rechten Seite für einen sauberen Abschluß bzw. Spaltmaß. Nun tränke ich die Vliesscharniere mit ein paar Tropfen Sekundenkleber. Mit der Injektionsnadel kann man sehr gut dosieren - damit die Scharniere nicht "Ersaufen".
Durch die Kapillarwirkung zieht der Sekundenkleber in beide Richtungen und verklebt mit dem Holz.
Jetzt sind die äußeren beiden Scharniere dran. Nachdem auch diese verklebt sind wende ich die Tragfäche und gebe jeweils ein paar Tropfen auf die Unterseite der Scharniere.
Das Ergebnis sieht nun so aus...
und hält später "Bombig"

Jetzt sollte man die Sache etwas Ruhen lassen. Später werden die Ruder ein paar mal hin und her bewegt, denn an den Knickstellen hat sich das Material etwas gehärtet.
21.08.2010: Mein Favorit "Beli-Zell"
Zwischenzeitlich verwende ich Beli-Zell (Topfzeit 20 Minuten) zum einkleben der Scharniere. Vorteil: Der Kleber schäumt auf und füllt damit jeden Spalt. Die Verklebung ist fest und mehr als ausreichend. Die Verarbeitungszeit ist länger als bei Sekundenkleber und somit lassen sich Fehler länger korrigieren.
Das "i-Tüpfelchen"
Besonders bei Kunstflugmodellen empfiehlt sich das "Abdichten" der Ruderspalte. Besonders für den 3-D Flug ist dies Empfehlenswert. Hierzu kann man spezielles Scharnierband, Tesa oder Folie (z.B. Oracover) nehmen. Notwendig ist dies aber nicht!
Letztes Update : 21-08-2010 14:28
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Vliesscharniere
Geschrieben von: Alex (Gast) am 24-07-2010 19:13